
Anfang der achtziger Jahre basierten die marktbeherrschenden japanischen Drumcomputer noch ausschließlich auf analoger Technik. Die Klangerzeugung über Oszillatoren und Rauschgeneratoren ist zwar heute für Freunde der elektronischen Musik das Nonplusultra, zur damaligen Zeit fanden ernsthafte Studiomusiker den Sound von Geräten wie
Roland CR-78 oder
Maestro Rhythm King allerdings viel zu künstlich und setzten sie, wie Sly Stone, höchstens mal als Gimmick ein.
Während die von Roland 1980 vorgestellte
TR-808 (heute immerhin der heilige Gral der Drummachines) noch vollständig auf analoge Synthese setzte, stellte samplebasierte Klangerzeugung zum ersten Mal eine Arbeitsplatzbedrohung für Drummer dar. Denn, auch wenn die Samples mit einer Auflösung von kruden 8-bit unnatürlicher klingen als manch analog zusammengeschraubter Sound, fiel das Preis-Leistungsverhältnis doch erstmals unter das von Studioschlagzeugern.
Was samplebasierte Drumcomputer der achziger Jahre angeht, wurden an dieser Stelle bereits die
SP-1200 von EMU und die
Sequential Circuits DrumTraks gefeatured. Von den großen
nicht-Roland/Boss-Drumcomputern fehlen also nur noch die
LM-1 von Roger Linn und die
DMX von Oberheim
(zur Erinnerung: 20 Jahre SP-1200 und Samian Mobile Disco use the SCI Drumtraks).Den Signature-Drummachines von Prince (LM-1) und Run-DMC (DMX) hat die allseits beliebte englische Tageszeitung
Guardian jetzt in der Serie
„Hey, what's that sound?“ einen kurzen aber dennoch lesenswerten Artikel gewidmet, incl. Tipps wie man den original
1999-Prince Sound hinbekommt, wer die 8-bit Samples für die LM-1 eingespielt hat und welche Maschine für die Beats von New Orders Blue Monday verantwortlich ist...
Hey, what's that sound: Linn LM-1 Drum Computer and the Oberheim DMX Labels: Factory Records, Music Electronics, Music History, Old School, Spreading The Funk